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20.04.2018 | News

Logistik- und Verkehrswirtschaft von Mautplänen geschockt

BWVL befürchtet rund 3 Milliarden Euro jährliche Maut-Mehrbelastung!
Aufgrund des aktuell vorgelegten Wegekostengutachtens für das Bundesfernstraßennetz in Deutschland sieht der BWVL im kommenden Jahr eine erhebliche weitere Mehrbelastung auf die deutsche Wirtschaft zukommen.

Das Gutachten ist Grundlage für eine zu erwartende Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes, mit dem die ab Januar 2019 geltenden Mautsätze festgelegt werden.

 Werden die Empfehlungen des Gutachtens von der Politik 1:1 umgesetzt, sieht BWVL-Hauptgeschäftsführer Christian Labrot aus der Einnahmeprognose neben den 2 Milliarden jährlichen Mehrkosten aus der Ausweitung der Maut auf alle Bundesstraßen zusätzlich eine knappe Milliarde Euro Mehrkosten aufgrund der erhöhten Kostenansätze für die Infrastruktur und der Anlastung der externen Kosten aus Luftverschmutzung und Lärm auf die Wirtschaft zukommen.Dies ist für die transportierende und verladende Wirtschaft in dieser Form nicht akzeptabel und bezogen auf die Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur überzogen.

 Rechnet man die drastische Erhöhung der einzelnen Mautsätze für die gängigsten Lkw-Kombinationen hoch, die bei knapp 40 % bzw. 60 % liegen, dürften in der Realität die Mehrbelastungen unternehmensbezogen oft sogar noch weit höher ausfallen. Belegt wird das durch konkrete Berechnungen aus Mitgliedsunternehmen, die zum Beispiel Kostensteigerungen für 2019 im Vergleich zu 2017 allein aufgrund der höheren Mautsätze von 53% nachweisen, hinzu kommen noch die Belastungen aus der Ausdehnung der Maut auf alle Bundesstraßen.

Dies könne nicht ohne Auswirkungen auf die Verbraucherpreise bleiben, so der BWVL. „3 Milliarden Euro jährlich zahlen die Unternehmen nicht mal so eben aus der Portokasse“ äußerte Labrot. 

Im Detail kritisch sieht der BWVL in den Gutachterempfehlungen auch die Heranziehung modernster Euro VI Lkw in die Anlastung der Kosten für Luftverschmutzung. Die Wirtschaft ist bereit, in schadstoffarme Fahrzeuge zu investieren. Zu umweltfreundlichen Euro VI-Lkw, die bereits mehr als 65 % aller mautpflichtigen Kilometer zurücklegen, gibt es aber noch kein entsprechendes schadstoffärmeres Alternativangebot der Automobilindustrie.

Positiv vermerkt der BWVL, dass die Gutachter in ihren Empfehlungen den Forderungen der Verbände nach einheitlichen Mautsätzen auf Bundesstraßen und Autobahnen gefolgt sind. Dadurch werden Benachteiligungen von zentrumsfernen Wirtschaftsstandorten im ländlichen Raum vermieden.

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