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03.08.2018 | Nachricht von verkehrsrundschau.de

Schifffahrt auf vielen Flüssen eingeschränkt

Kein Regen bedeutet für Binnenschiffer teurere Transporte. Teils können sie gar nicht fahren. Gibt es nicht bald Niederschlag, könnte der Schiffsverkehr auf manchen Flüssen zum Erliegen kommen.

Rhein_Düsseldorf_Niedrigwasser

Die Pegel der wichtigen Wasserstraßen fallen immer weiter – wie hier am Rhein bei Düsseldorf

©Christophe Gateau/dpa/picture-alliance

Berlin. Wegen der niedrigen Pegelstände können viele Transportschiffe Flüsse in Deutschland nur noch eingeschränkt befahren. Auf dem Rhein, der wichtigsten Wasserstraße hierzulande, sei ein Passieren teils nur noch mit halber Ladung oder weniger möglich, teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) der Deutschen Presse-Agentur mit.

„Sollte das warme Hochdruckwetter anhalten und keine entscheidenden Niederschläge fallen, werden die Wasserstände weiter fallen“, sagte Sprecherin Claudia Thoma. „Gegebenenfalls kann der Schiffsverkehr dann streckenweise zum Erliegen kommen.“ Auch könnten Warentransporte teurer werden.

Pegelstände noch nicht so niedrig wie 2003

Auf dem Rhein werden rund 80 Prozent aller Güter der Binnenschiffer transportiert. Auch auf der Elbe sei der Schiffverkehr eingeschränkt, und auf der Oder könnten Schiffe für Güter und Fahrgäste gar nicht mehr fahren, sagte Thoma. Wenn es in den nächsten Tagen nicht regne, könnte die Schifffahrt auch auf der Donau eingestellt werden, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen.

„Bereits jetzt haben Binnenschiffer in einzelnen Regionen Deutschlands erhöhte Personal- und Treibstoffkosten, weil sie mehr Schiffe in Fahrt bringen müssen“, so Schwanen. Zwar seien niedrigere Pegelstände im Sommer üblich. Dieses Jahr sei die Lage aber besonders schlimm.

So tief wie im Rekordsommer 2003 ist der Wasserstand jedoch noch nicht. Der Rhein hat laut GDWS noch rund 50 Zentimeter mehr Wasser als damals. Außerdem gibt es auf einigen Flüssen kaum Einschränkungen für Schiffe. Dort, wo es Schleusen gibt, beispielsweise im westdeutschen Kanalgebiet sowie an Mosel, Neckar, Main, Weser oder Havel, kann der Wasserstand manuell reguliert werden.

Staatliche Hilfe für Binnenschiffer?

Schwanen hofft nun auf Regen. „Wenn wir in den betroffenen Regionen mehrere Tage Dauerregen hätten, normalisieren sich die Pegelstände wieder“, sagt er. „Aber unsere Probleme sind dann noch lange nicht weg – denn uns fallen beispielsweise wegen der schlechten Ernte der Landwirtschaft Transportaufträge weg.“ Er bringt staatliche Hilfe ins Spiel: „Erstattet die Regierung nur den Landwirten die Ausfälle wegen der Dürre, oder darf auch die Binnenschifffahrt mit einer Erstattung wegen entfallender Aufträge im Erntetransport rechnen?“

Einige Großkunden der Binnenschifffahrt aus der Industrie setzen inzwischen verstärkt auf zusätzliche Lieferungen per Bahn oder Lkw. Lieferengpässe gebe es aber bisher nicht, weil die betroffenen Unternehmen auf solche Situationen gut vorbereitet seien, sagte Andrea Heid vom Verband der Chemischen Industrie. Die Firmen nutzen üblicherweise verschiedene Transportwege. (dpa)

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